Vereinsgeschichte

MSC Wüsten e.V. im ADAC

Am 14. Jan. 1955 wurde der Verein
Motor-Sport-Club Wüsten
von 14 Mitgliedern gegründet.
 
Als Vorstand wurden gewählt:
1.    Vorsitzender        Gustav Eikmeier
2.    Vorsitzender        Rudolf  Klocke
Schriftführer               Ursula Güse
Schatzmeister             Werner Hense
Sportleiter                   Horst Zurheide
Beisitzer                      Wilhelm Sümnich

Das Betätigungsfeld erstreckte sich vorrangig auf die Ausrichtung von Trial- Veranstaltungen sowie geselligen Zusammenkünften. Die aktiven Mitglieder betätigten sich zunächst ebenfalls bei internen und auswärtigen Trial- Veranstaltungen.

Im Zuge der sich zu damaliger Zeit stark entwickelnden Motorisierung gründeten sich in der Region weitere Motorsport betreibenden Vereine, welche die unterschiedlichsten Veranstaltungsarten anboten, Schwerpunkt war aufgrund der damals vorherrschenden Motorisierung der Motorradsport. In dem Zusammenhang nahmen die Aktiven des MSC Wüsten die Gelegenheiten wahr, auch einmal andere Sportarten auszuprobieren. Gelände- Zuverlässigkeitsfahrten, Grasbahnrennen und Orientierungsfahrten (Fuchsjagten) erfreuten sich neben dem dominierenden Trialsport großer Beliebtheit.

Die Teilnahme an auswärtigen Veranstaltungen, insbesondere an Meisterschaftsläufen, machte für die Aktiven den Erwerb von Lizenzen oder ähnlichen Zulassungspapieren erforderlich, so dass der Vorstand des MSC diesen Erfordernissen Rechnung trug und der Verein dem ADAC Westfalen-Ost beitrat und am 10. Juni 1961 als ADAC- Ortsclub unter dem Namen
    Motor-Sport-Club Wüsten e.V. im ADAC
unter der Register Nr. 69 im Vereinsregister des Amtsgerichtes Bad Salzuflen eingetragen wurde.

Herausragende Erfolge errangen zu der Zeit die Aktiven Horst Zurheide, welcher im Jahre 19xx Deutscher- Vizemeister im Trialsport wurde. Harry Helmig betätigte sich schwerpunktmäßig in der Sportart Grasbahnrennen und fuhr deutschlandweit Klassensiege und vordere Platzierungen ein.

Im Zuge der Veränderung in der Struktur der Motorisierung, vom Motorrad hin zum Automobil, veränderten sich auch die Anforderungen an die Wettbewerbsfahrzeuge. Während man zuvor mit dem Motorrad sowohl privat als auch im Wettbewerb unterwegs war, dominierte für privat das Automobil, für welches es kaum adäquate sportliche Betätigungsmöglichkeiten gab. Neben dem Auto für den privaten Gebrauch konnten sich nur die wenigsten zusätzlich ein Motorrad für die sportliche Betätigung leisten. Diese Entwicklung bekam auch der MSC Wüsten dadurch zu spüren, dass nur noch sehr wenige aktiven Motorsport betrieben und das Clubgeschehen insgesamt erlahmte.

Durch die Steigerung des allgemeinen Wohlstandes wuchs Ende der 1960iger Jahre wieder das Interesse an motorsportlicher Betätigung mit der Folge, dass der noch immer bestehende „harte Kern“ der Mitglieder den Entschluss fasste, bei der Mitgliederversammlung 1971 den Vorstand in den wesentlichen Positionen neu zu besetzen und mit dem Club neu durchzustarten.

Bei der Mitgliederversammlung am 23.Januar 1971 wurde Otto Grünhagel zum neuen Vorsitzenden gewählt. Da zugleich bzw. im darauffolgenden Jahr auch fast alle anderen, wesentlichen Positionen im Vorstand neu besetzt wurden, führte die damit verbundene Aufbruchsstimmung zu einem regelrechten Boom in der Entwicklung der Mitgliederzahlen. Wesentlicher Aspekt für die Aufbruchsstimmung war das zusätzliche Angebot an motorsportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen. Während zuvor fast ausschließlich eine Männerriege das Geschehen bestimmte, wurden die Frauen, Bräute und Freundinnen mit in das Clubgeschehen einbezogen. Das führte automatisch dazu, dass auch die Kinder mitmachen konnten, so dass sich sehr schnell eine aktive Jugendgruppe mit über 40 Teilnehmern bildete. Deren Betätigungsfeld war die neu im ADAC Westfalen- Ost installierte Jugendtrial- Meisterschaft, bei welcher hervorragende Titel und Platzierungen errungen wurden.

Die zuvor geschilderten Aktivitäten wurden vorrangig durch den Umstand indiziert, dass für die sportlichen Aktivitäten ein clubeigenes Gelände zur Verfügung stand. Nachdem in den Anfangszeiten des Clubs zunächst ein Gelände im Ortsteil Voßhagen als Übungsgelände genutzt wurde, verlagerte sich das später ins Moseltal, einem Bachtal direkt angrenzend an den Ortskern  von Wüsten.

Da diese Gelände nur auf Basis von Duldung durch die Grundeigentümer genutzte werden konnten, bestand natürlich schon immer der Wunsch, ein eigenes Gelände zu besitzen. Da vom übrigen Vorstand des MSC nichts in diese Richtung unternommen wurde, hat Horst Zurheide in seiner Position als Sportleiter die Initiative ergriffen und bereits im Jahre 1968 erste Gespräche mit dem Landwirt Helmut Thiesmeier bezüglich dessen Gelände in Wüsten- Hellerhausen geführt. Dieser machte seine Zustimmung davon abhängig, dass auch der Bürgermeister zustimmt. Die Zustimmung wurde daraufhin auf Betreiben von Horst Zurheide und Otto Grünhagel vom Bürgermeister der damals noch selbstständigen Gemeinde Wüste, Walter Sprick, eingeholt.

Bei der Mitgliederversammlung am 15. Februar 1972 wurde ein ganzes Maßnahmenbündel verabschiedet, um den Club personell und organisatorisch neu zu strukturieren und die Weichen für die Ausrichtung von Großveranstaltungen gestellt.

Der neu strukturierte Vorstand konnte dann am 15. Dezember 1972 mit dem Landwirt Helmut Thiesmeier einen offiziellen Pachtvertrag abschließen. Allerdings waren zuvor schon umfangreiche Arbeiten auf dem Gelände, welche vom Eigentümer stillschweigend geduldet wurden, von den Mitgliedern in Eigenleistung ausgeführt. Auch wurde das Gelände vorher schon als Trainingsstrecke genutzt, so dass bereits am 01. Jul1 1972 die erste Geländebenutzungsordnung in Kraft gesetzt wurde.

Am 03. September 1972 wurde bei Nebel und strömendem Regen die 1. ADAC Geländefahrt „Durch das Nordlippische Bergland“ mit 76 Teilnehmern als Gaumeisterschaft verschiedener Norddeutscher ADAC- Gaue ausgerichtet. Start und Ziel war der alte Sportplatz in Wüsten, da das Gelände in Hellerhausen noch nicht so weit hergerichtet war. Die Streckenlänge betrug 210 km unterteilt in drei Runden a. 70 km. Ab 1973 wurde Start und Ziel auf dem eigenen Gelände abgehalten. Aufgrund der hervorragenden Organisation gab es dann bereits 1973 ein Prädikat zu Norddeutschen ADAC Geländemeisterschaft. Später kamen auch Prädikate zur Deutschen Geländemeisterschaft dazu und die Teilnehmerzahl erreichte Spitzenwerte von bis zu 450 Fahrer, wobei die Starterzahl pro Minute bis zu 6 Fahrer betrug.

Im Bereich Trialsport wurden in den Folgejahren, neben lizenzfreien Trials auch Prädikatsläufe zur Deutschen Trial Meisterschaft ausgerichtet.

Da auch einige Clubmitglieder am Wagensport interessiert waren und auch an auswärtigen Veranstaltungen teilnahmen, wurden Mitte der 1970iger Jahre auch Orientierungsfahrten und Clubrallys ausgerichtet. Die Entwicklung zeigte jedoch, dass sich im Umfeld eine Vielzahl derartiger Veranstaltungen etablierte und die Gefahr bestand, die Mitglieder arbeitsmäßig zu überfordern. Diesem Umstand Rechnung tragend wurde die Entscheidung gefällt, den Club strategisch nur noch auf die Ausrichtung von Motorradveranstaltungen einzustellen.


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